Kategorie: Gesellschaft

  • Die Politisierung der Ökonomie

    Kommentar von Hannes Koch Die alten Wörter taugen nicht mehr. Es ist keine Verstaatlichung der Commerzbank, wenn die Bundesregierung im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise nun 25 Prozent des angeschlagenen Institutes übernimmt – da hat SPD-Chef Franz Müntefering durchaus Recht. Der Begriff „Verstaatlichung“ stammt aus den vergangenen Zeiten des Klassenkampf zwischen Arbeit und Kapital. Heute Weiter lesen

  • Soziale und unsoziale Kapitalisten

    Gute Unternehmer streben nicht nach größtmöglichem Gewinn Zur aktuellen Finanzkrise hat Schokoladen-Erbe Alfred Ritter eine klare Meinung. Als Ursache des Crash betrachtet er nicht zuletzt die zu hohen Gewinnerwartungen der Banken. „Es gibt ein Renditestreben, das nur darauf baut, jemanden über´s Ohr zu hauen“, sagt der Chef der Firma Ritter Sport. „Wenn der Markt um Weiter lesen

  • T-Shirts ohne Kinderarbeit

    Soziale Kapitalisten (5): Versandhändler Otto engagiert sich für Umweltschutz und gegen Kinderarbeit Michael Otto ist ein zurückhaltender Mensch. Als Aufsichtsrat-Vorsitzender der Otto-Gruppe und Oberhaupt seiner Familie meidet er die Öffentlichkeit, so weit es geht. Diese Haltung des reichen Hamburger Unternehmers entspringt hanseatischer Tradition, aber auch der Vorsicht: 1997 forderte ein Erpresser 2,5 Millionen D-Mark und Weiter lesen

  • Finanzieller und moralischer Mehrwert

    Soziale Kapitalisten (4): Andrew Murphy investiert das Geld seiner Anleger unter Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien Vor dem Bildschirm, an dem sonst Millionen Euro bewegt werden, sitzt ein Mädchen. Es ist neun Jahre alt und spielt ein Computerspiel. Auf dem Schreibtisch steht ihr Bild – da lacht sie in die Kamera. Ihr kleiner roter Rucksack Weiter lesen

  • Grüne Schokolade aus Schwaben

    Soziale Kapitalisten (3): Firmenerbe Alfred Ritter setzt auf die ökologisch bewussten Konsumenten Zur aktuellen Finanzkrise hat Schokoladen-Erbe Alfred Ritter eine klare Meinung. Als Ursache des Crash betrachtet er nicht zuletzt die zu hohen Gewinnerwartungen der Banken. „Es gibt ein Renditestreben, das nur darauf baut, jemanden über´s Ohr zu hauen“, sagt der Chef der Firma Ritter Weiter lesen

  • Zahnpasta und Goethe-Verse

    Soziale Kapitalisten (2): Drogerie-Unternehmer Götz Werner behandelt seine Beschäftigten zivilisiert und fordert ein staatliches Grundeinkommen für alle Unternehmer sitzen eher selten in der ARD-Talkrunde von Anne Will am Sonntag Abend. Das mag zu tun haben mit der Angst der Manager, in einer für sie ungewohnten Situation zu sehr unter Druck zu geraten. Götz Werner ist Weiter lesen

  • Adel unter Kontrolle der Gewerkschaft

    Soziale Kapitalisten (1): Schreibwaren-Produzent Graf Faber-Castell will bei allen Zulieferern soziale Mindeststandards durchsetzen Zu Beginn des Jahres 2009 wird Faber-Castell einmal mehr unterstreichen, dass man kein normales Unternehmen ist. Der Besitzer der Schreibwaren-Firma, Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, setzt sich dann mit Berthold Huber, dem Chef der Industrie-Gewerkschaft Metall, an einen Tisch und unterzeichnet eine Weiter lesen

  • Der Ruf des grünen Geldes

    Wegen der Finanzkrise erfreut sich ethisches Investment zunehmender Beliebtheit In der deutschen Sprache gibt es eine schöne Formulierung für Geschäftserfolg. „Verkauft sich wie geschnitten Brot“, sagen die Verkäufer, wenn ihre Produkte gut laufen. In der Branche des ethischen Investments ist dieser Satz gegenwärtig oft zu hören. Geldanlagen, die sich nicht nur an der Gewinnerwartung, sondern Weiter lesen

  • „Überhöhte Rendite verursacht Schäden“

    Ritter-Sport-Inhaber Alfred Ritter über die Finanzkrise, übersteigerte Gewinnerwartungen und Bio-Schokolade Hannes Koch: Als Inhaber einer der größten Schokoladenfabriken Deutschlands sagen Sie, mit Betriebswirtschaft könne man kein Unternehmen führen. Meinen Sie das ernst? Alfred Ritter: Natürlich muss man auf´s Geld achten. Aber das alleine reicht nicht. Ein Unternehmen steht im sozialen Austausch mit seinen Mitarbeitern, Kunden Weiter lesen

  • Ungleiche Verteilung der Einkommen

    Anteil der Löhne am Volkseinkommen nimmt ab, der der Gewinne steigt. Neuer Bericht der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung Der Anteil der Beschäftigten am Volkseinkommen sinkt, während die Gewinnquote steigt. Das ist das Ergebnis des neuesten Verteilungsberichtes der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. „Die Krise am Finanzmarkt zeigt die Gefahren dieser ungleichen Einkommensverteilung ganz besonders“, sagte gestern Claus Schäfer vom Wirtschafts- Weiter lesen

  • „Die Mittelschicht unterstützt die Spekulation“

    Ohne das Geld der wohlhabenden Schichten wäre die gegenwärtige Finanzkrise nicht entstanden, sagt der Soziologe Christoph Deutschmann. „Angebot an Kapital übersteigt die Nachfrage“ Hannes Koch: Die wohlhabende Bevölkerung in den reichen Industrieländern trage Verantwortung für die Finanzkrise, sagen Sie. Ist der normale Bürger ein gieriger Spekulant? Christoph Deutschmann: Nein, jeder Einzelne hat ehrenwerte Absichten. Manche Weiter lesen

  • „Bio und Discount vertragen sich nicht“

    Michael Radau, Gründer der SuperBioMarkt AG, über die Konkurrenz zu den Billigketten und die Perspektiven des Bio-Handels. „Ich kämpfe für eine andere Lebenseinstellung“ Hannes Koch: Sie haben eine der ersten Bio-Supermarkt-Ketten Deutschlands gegründet – eine kleine Revolution. Was wollen Sie erreichen – wirtschaftlichen Erfolg oder politischen Einfluss? Michael Radau: In erster Linie bin ich Unternehmer. Weiter lesen

  • „Aus Verbrechern werden Polizisten“

    Der Soziologe Ulrich Beck zur Finanzkrise: „Traut den Politikern nicht, die uns den Schlamassel eingebrockt haben“ Hannes Koch: Welches ist die wichtigste Veränderung, die die Finanzkrise hervorruft? Ulrich Beck: Vollständig und unerwartet gefährdet die Krise unser gesamtes ökonomisches Weltbild – oder zerschlägt es sogar. Koch: Welches Weltbild meinen Sie? Beck: Bisher fühlte sich der Westen Weiter lesen

  • „Sie ignorieren die Rückschritte“

    Die weltweite Armut nehme ab, schreibt die Weltbank. „Zu simpel“, sagt Globalisierungskritiker Peter Wahl, „in Indien und anderen Regionen steigt die Zahl der Armen“. Ein Streitgespräch über die Vor- und Nachteile des globalen Marktes Hannes Koch: Herr Wahl, die weltweite Armut ist seit 1981 zurückgegangen. Die Globalisierungskritiker behaupten das Gegenteil. Eine Ihrer zentralen Thesen ist Weiter lesen

  • Money for everyone

    As the gap between rich and poor is widening in Germany, increasingly more people are demanding a radical change of policy When Chancellor Angela Merkel appeared in front of journalists in Berlin for the traditional summer press conference at the end of July, a tough 90 minutes followed for the press. Merkel personifies the sensible Weiter lesen

  • Die Globalisierungskritiker haben Unrecht

    Die weltweite Armut nimmt ab, belegt ein neuer Bericht der Weltbank Keine soziale Bewegung hat die reichen Industriegesellschaften im vergangenen Jahrzehnt so geprägt wie die der Globalisierungskritiker. Die aus Frankreich stammende Organisation Attac beeinflusst die öffentliche Meinung in vielen Ländern stark. In Deutschland haben es die Globalisierungskritiker geschafft, die Meinungsführerschaft zu erobern. Unser Bild der Weiter lesen

  • „Das geballte Problem der Inflation“

    Die Steigerung der Energiekosten trifft Bürger mit niedrigen Einkommen besonders Schuldnerberater registieren in diesen Wochen ein neues Phänomen. Ihre Klienten geraten durch hohe Nachzahlungen für Heizung, Strom und Betriebskosten der Wohnung zusätzlich in finanzielle Bedrängnis. „Das ist ein starkes Betätigungsfeld“, sagt Frank Wiedenhaupt, der als Schuldnerberater beim Arbeitskreis Neue Armut im Berliner Bezirk Neukölln tätig Weiter lesen

  • „Ruinieren Sie Ihren Nächsten!“

    Viele Menschen haben die Marktwirtschaft noch nicht begriffen, sagt Professor Karl Homann, einer der wichtigsten deutschen Wirtschaftsethiker. Er fordert eine neue Ethik für große Unternehmen Hannes Koch: Erstmals, so hat eine Umfrage gezeigt, unterstützt eine Mehrheit der Bundesbürger die soziale Marktwirtschaft nicht mehr. Tragen die großen Unternehmen Verantwortung für diese Entwicklung? Karl Homann: Ja. Die Weiter lesen