Noch ist nicht Weihnachten, aber die Reisebranche stellt sich bereits auf den Sommer 2026 ein. Benjamin Jacobi, Deutschland-Chef von Europas größtem Reiseanbieter TUI, erklärt, wann es sich lohnt, den nächsten Sommerurlaub zu buchen, welche Länder besonders gefragt sind und warum die Wahl des Startflughafens wichtig sein kann.
Wann sollte ich meinen Sommerurlaub 2026 buchen?
So früh wie möglich. Im Ernst: Wir haben unser Angebot für kommendes Jahr bereits im Mai gestartet. Am ersten Tag haben 10.000 Gäste gebucht. Das ist vielleicht etwas überraschend, schon vor dem Sommerurlaub 2025 den für das kommende Jahr klarzumachen. Aber wer ein bestimmtes Zimmer in einem bestimmten Hotel an einem besonderen Strand haben möchte und seine Urlaubszeit kennt, will sichergehen. Die Hauptbuchungszeit für den nächsten Sommer beginnt jetzt.
Warum sollte ich bereits jetzt für 2026 buchen? In diesem Jahr gab es kurz vor dem Sommer viele Last-Minute-Angebote zu günstigen Preisen, das könnte sich doch kommendes Jahr wiederholen.
Möglicherweise dachte der ein oder andere Hotelier nach vielen Jahren mit steigenden Kosten könne er etwas mehr Geld verlangen. Kurz vor dem Sommer war dann doch nicht alles ausgebucht, er musste die Preise senken und versuchen, das Hotel zu füllen. Das wird in diesem Jahr wieder anders. Wir bieten Frühbucherrabatte bis zu 40 Prozent. Und Kinder fliegen in viele Urlaubsregionen zum Festpreis von 149 Euro. Bei Eigenanreise mit dem Auto übernachten Kinder in vielen Familienhotels sogar zum Nulltarif.
Wie rechnen sich so hohe Rabatte?
Über die Saison gibt es eine Mischkalkulation. Wir wollen, dass sich sehr viele Urlauber früh entscheiden, damit wir zum Beispiel den Flugzeugeinsatz gut planen können. Deshalb die Rabatte, die wir extra mit den Hoteliers im Sinne der Reisenden verhandeln. Wer später bucht, weil er oder sie flexibler sein will, zahlt dann mehr – und in einigen Hotels sind dann die günstigen Zimmerkategorien für den Rest der Saison ausgebucht.
Wie lange gibt es den Frühbucherrabatt?
In der Regel bis Ende Februar. Wer gezielt ein Hotel oder eine Region ansteuern will, sollte sich schneller entscheiden. Gerade über Weihnachten sitzen die Familien zusammen und besprechen, wo es im Sommer hingehen soll und buchen.
Was kostet eine Woche Urlaub mit TUI für eine vierköpfige Familie im Schnitt?
Das ist gar nicht so einfach auszurechnen, weil sich das je nach Ziel, Reisezeitraum und Hotelkategorie unterscheidet. Was sich sagen lässt: Zum günstigsten Termin kostet eine Woche Bulgarien all-inclusive für eine vierköpfige Familie 1500 Euro. Antalya, Hurghada oder Mallorca sind teurer.
Wie haben sich die Preise generell entwickelt?
Der Urlaub 2026 wird nicht sehr viel teurer als 2025. Die Preise steigen mit der Inflation, also um ein bis drei Prozent. Am Schwarzen Meer in Bulgarien, in Albanien und Tunesien etwa ändert sich wenig. Die griechischen Inseln Santorin und Rhodos zum Beispiel werden in Teilen billiger. Aber das waren bisher eher keine günstigen Ziele.
Wie kann ich noch sparen, außer früh zu buchen?
Oft rechnet sich, von einem anderen Flughafen zu starten, bei dem zum geplanten Urlaubszeitpunkt keine Schulferien sind. Zum Beispiel in Hannover statt in Hamburg oder in Stuttgart statt in Frankfurt. Da lassen sich mehrere hundert Euro sparen und das Zugticket ist bei uns inklusive.
Vom 1. Juli 2026 soll die Luftverkehrssteuer zum Beispiel nach Gran Canaria auf den Wert von 31,61 sinken. Wie wirkt sich das aus?
Es geht um acht Euro pro Person und Flug. Wir werden die Ersparnis an die Kunden weitergeben. Es ist politisch ein wichtiger, erster Schritt. Wer 3000 Euro für eine Reise ausgibt, merkt es vielleicht weniger, aber für eine Familie kann das auch schon wieder ein Paella-Abend in Maspalomas sein.
Was hat sie an den Buchungen für kommenden Sommer bisher überrascht?
Griechenland ist derzeit Nummer 1 bei den Buchungen und hat Spanien und die Türkei überholt. Natürlich kann sich das auch schnell wieder ändern, alle drei Länder liegen dicht beieinander. Bei den Einzelzielen führt Antalya in der Türkei vor Mallorca, Kreta, Rhodos und Kos.
An diesen Zielen wird es dann sehr voll?
Es gibt wie jedes Jahr ausreichend Hotels und Betten. Aber wer etwas Bestimmtes sucht, sollte sich recht zügig entscheiden.
Wollen die Deutschen noch in die USA reisen? Die aktuelle Regierung unter Donald Trump ist schwer einzuschätzen, es gab einige Geschichten über schlechte Erlebnisse bei der Einreise.
Die Deutschen wollen noch dorthin. Auch wenn die Buchungen zur Mitte des Jahres eher verhalten reinkamen, sind die USA unangefochten das Topziel bei Fernreisen. Viele wollen das Land mit dem Camper erkunden. Allerdings buchen die Deutschen kurzfristiger. Überhaupt werden Fernreisen im Sommer beliebter. Hinter den USA folgen Thailand und die Malediven, Mauritius und die Vereinigten Arabischen Emirate, die den Tourismus enorm ausbauen. Unsere Buchungszahlen steigen kräftig.
Die Emirate im Sommerurlaub? Die Temperaturen in Dubai erreichen schon mal 50 Grad.
Die Emirate sind auf solche Temperaturen eingestellt, viel ist klimatisiert. In sechs Stunden sind sie mit gutem Flugangebot erreichbar. Es gibt hervorragende Sandstrände oder auch Museen. Für mich ist das wie Las Vegas. Man kann immer etwas erleben und einen schönen Familienurlaub verbringen.
Online-Konkurrenten wie Booking.com aus den Niederlanden und Airbnb aus den USA werben mit günstigen Preisen und einfachen Abschlüssen. Wie halten Sie dagegen?
Wir bekommen dieselben Konditionen wie die Onlineplattformen, oft sogar bessere und kennen viele Hoteliers seit Jahren persönlich. Wir sind erreichbar, haben Menschen in den Reisebüros und in den Urlaubsgebieten, falls Hilfe benötigt wird. Und im Ernstfall holen wir die Urlauber auch wieder zurück wie Ende Oktober beim Hurrikan über Jamaika. Das ist der Goldstandard der Pauschalreise.